Securitas-Gewalt im Lager Basel

Anfang 2020 ergriffen Asylsuchende aus dem Bundesasyllager Basel die Initiative und machten Aussagen über gewalttätige Übergriffe auf sie durch Mitarbeitende der Securitas AG. Bis heute häufen sich die Berichte aus Basel, aber auch aus anderen Lagern der Schweiz. Wir veröffentlichen die Berichte der Betroffenen sowie Hintergrundartikel zum gewaltvollen Schweizer Asylsystem.

Zahlreiche Gewaltbetroffenen in Basel, Giffers und Embrach legen Zeugnis darüber ab, wie Securitas-Mitarbeitende sie in ein bestimmtes Zimmer – die Zelle genannt – bringen und dort zu dritt, zu viert, zu fünft mit Händen und Füssen auf sie einschlagen. Viele betroffene Asylsuchende mussten nach den Übergriffen ärztlich behandelt, teilweise sogar mit der Ambulanz ins Spital gebracht werden. Diese gezielte Gewaltausübung ist Teil des Schweizer Asylregimes, das Menschen in Lagern und Bunkern zermürben will, damit die Betroffenen das Land verlassen. Die Dokumentationsbroschüren zur Securitas-Gewalt sowie tausende weitere Stimmen (eine Auswahl findet ihr hier) zeugen von dieser Praxis. Securitas, Protectas, die ORS (Lager-Betreiberfirma) und allen voran das Staatssekretariat für Migration müssen dafür verantwortlich gemacht werden. Und: Es braucht direkte Solidarität von uns allen!


Dokumentationsbroschüre Nr. 2 – Februar 2021

In der neuen Broschüre publizieren wir einen analytischen Augenzeugenbericht zur Securitas-Gewalt im Bundesasyllager Basel sowie einen Bericht über einen neuen Gewaltübergriff von November 2020. Für die Täter*innen gab es bis anhin keine bekannten strafrechtlichen Konsequenzen und die Firma SECURITAS hat sich zu den Übergriffen nie geäussert. Der gewalttätigste SECURITAS-Mitarbeitende arbeitet sogar wieder im Camp 50. Jüngst wurden im Januar 2021 bereits neue Gewaltvorfälle aus dem Bundesasyllager in Basel gemeldet. Mit der zweiten Broschüre fordern 3 Rosen gegen Grenzen zusammen mit schweizweit tausenden Betroffenen die Aufhebung der Zwangsunterbringung von Menschen in Bunkern und Lagern.


Dokumentationsbroschüre Nr. 1 – Mai 2020

Die Broschüre versammelt die Aussagen von elf gewaltbetroffenen Asylsuchenden sowie Beschwerden, Spitalberichte und Bildmaterial. Im zweiten Teil finden sich Hintergrundinformationen und analytische Artikel, um die Berichte in einen breiteren Kontext zu setzen. Bitte beachtet, die aufgezeichneten Gespräche Schilderungen verschiedenster Gewaltformen enthalten und für euch belastend sein könnten.


Artikel “Was seit den Medienberichten geschah” – Juli 2020

Drei Woche nach der Publikation unserer Dokumentationsbroschüre sowie der Medienberichte von SRF Rundschau, WOZ und vielen anderen Medien ziehen wir Bilanz für das Ajour Magazin.


Gewaltfälle in anderen Kantonen – 2020

In der Papierlosen Zeitung vom 20. Mai 2020 berichtet die Recherchegruppe Embrach von physischer Securitas-Gewalt im Bundesasyllager Embrach. Im Artikel “Du meinst wohl, wir sind hier in einem Hotel” beschreibt die Recherchegruppe Vorfälle von physischer und psychischer Gewalt im Lager Embrach. In einer Medienmitteilung vom 18. Juni 2020 geben Solidarité Tattes und Droit de Rester Fribourg bekannt, dass drei Asylsuchende Anzeige gegen zwei Protectas-Mitarbeitende eingereicht haben. Alle Medienberichte dazu findet ihr in unserem Pressespiegel. Die Dokumentationen aus Embrach und Giffers zeigen: Die Fälle in Basel sind keine Einzelfälle, sondern Teil des Asyllagersystems Schweiz. Besonders empfehlen wir euch die Videos von “Cyril” und “Koffi” aus dem Bundesasyllager Giffers.


Unser grösster Respekt geht an die Direktbetroffenen, die den Mut und die Kraft aufgebracht haben, ihre Gewalterfahrungen mit uns zu teilen und sensibelstes Material für Recherchen zur Verfügung zu stellten. Un monde ou rien!